7 Seelen


21 Feb
21Feb

Ich muss zuerst erwähnen, dass ich - seit ich denken kann – eine sich ständig wechselnde Augenfarbe habe. Sie ist nie gleich. Mal ist sie gelblich, mal hellbraun, mal fast dunkelbraun. Je nachdem, wie ich mich fühle. Ich habe mich noch in dieser Woche gefragt, wann ich mich das letzte Mal so wirklich wohl gefühlt hatte in meinem Körper. Die Zahl 8 erschien. 

Seit Wochen nun fühle ich mich innerlich todtraurig. Depressiv. Das kenne ich von mir gar nicht. Ich bin eigentlich ein immer positiv eingestellter Mensch. Doch kürzlich weinte ich hemmungslos und schluchzte vor mich hin. Ohne einen mir ersichtlichen Grund. Klar, eine Trennung ist nie einfach. Egal, wie lange die Beziehung war. Doch ich würde sagen, die habe ich nach fünf Monaten verarbeitet. Eines Tages werde ich einem Mann begegnen, der mich schätzt. Mich behandelt wie einen Diamanten. Das sieht, was ich bin. Wertvoll. Unersetzlich. Einzigartig. Meine Toleranz und meine Gutmütigkeit niemals ausnutzen würde. 

Seit Wochen nun habe ich diese undefinierten Gefühle in mir drin. Ich dachte immer, das seien meine Himmlischen Helfer, die zu mir reden. Doch seit einiger Zeit merke ich, dass das nicht die Helfer sind. Ich habe oft unkontrollierte Heisshungerattacken. Stopfe in mich rein, was gerade so da ist. Oft sehr ungesund. Der Hunger ist jedoch nicht gestillt. Nur wegen meinem Verstand, der mir dann sagt, dass es genug ist, höre ich auf zu essen. Auch beim Autofahren. Immer wieder das Gefühl, dass ich einfach eine Böschung runterfahren soll. Mein Leben beenden soll. Doch dann eine Stimme, die zu mir spricht und mich beruhigt. Dass alles gut kommt. Ich müsse nur durchhalten. Dann die Träume, in denen ich Englisch rede. Ich kann schon Englisch, doch nur so gut wie es gerade von Nöten ist, um mich durchzuschlagen, wenn ich auf Reisen bin. Auch musste ich in den letzten paar Monaten ständig aufs WC. Ich fühlte mich, als wäre ich 80. Dann noch das Gefühl, dass immer jemand auf mir rumschlägt. Ich konnte nie Handgelenkschmuck tragen. Ich kam mir dann vor wie ein Sklave aus der Zeit der Kolonialzeit. Ich fühlte mich nicht mehr wohl in meinem Körper. Meine Seele war buchstäblich am Durchdrehen. Wollte nicht mehr in dem Körper sein. Ich fragte mich, was da wohl passiert? In dem Moment, als ich sogar Bilder erhielt, wie ich mir die Pulsader aufschlitzte, zog ich die Notbremse. Da muss ich was machen! Ich will doch leben! So schrieb ich in einem Chat, in dem ich und einige Erdenengel sind - unsere Übungsgruppe - ein Hilferuf. Weil gewisse Themen kann ich nicht selber lösen, sondern benötige Hilfe von aussen. Ich bekam von einer guten Freundin aus dem Chat eine Nummer von einem Erdenengel, der nebst der Ausbildung als Erdenengel auch Rückführungen gemacht hatte. Es klingelte bei mir und ich machte sofort einen Termin bei ihm. Dank dem, dass er sehr auf seine Helfer hört, hatte er sofort Zeit für mich. Am nächsten Tag konnte ich zu ihm fahren. Das konnte nur stattfinden, weil ich im Januar mit meinem Chef in Zug redete. Ich bin dort eingestellt als Dentalhygienikerin. Jeden Freitag. Ich sagte ihm, dass ich nur noch arbeite, wenn genug Patienten eingeschrieben werden. Auch solle er auf Stundenlohn wechseln, weil ich nicht einen vollen Lohn von ihm möchte, wenn ich nicht mal jeden Freitag acht Patienten habe. So einigten wir uns, dass ich dann bei ihm in der Praxis arbeite, wenn genug Patienten eingeschrieben werden konnten. 

Ich fuhr also zu diesem Erdenengel und wusste nicht so genau, was er mit mir machen würde. Ich habe mich auf mein Gefühl verlassen, dass es eine gute Idee ist. Als ich ankam, erklärte er mir kurz, wie er vorgeht. Wir sangen ein Mantra zusammen, er reinigte den Raum energetisch. Bat Engel zu uns, die ihm halfen und fing an. Er forderte mich auf, meine Augen zu schliessen und einfach nur zu fühlen, was in meinem Körper geschieht. Auch solle ich Wörter und Sätze, die in mir hochkommen einfach aussprechen. Durch meine Arbeit als Medium wusste ich, worauf ich achten musste. Ich schickte meine Gedanken in die Karibik. Dort fand ich es unglaublich schön. Wir waren mit der Familie dort auf Barbados, als ich etwa 15 Jahre alt war. Ich fand es paradiesisch. Die Palmen, der weisse Strand, die Hängematten zwischen den Palmen. Ich war in Gedanken dort und spürte den Wind und roch das Salz des Meeres, als ich es spürte. Als der Therapeut mich aufforderte, respektive eine der seelischen Besetzung zu zeigen, spürte ich die Traurigkeit, die ich in den letzten paar Wochen so intensiv gefühlt hatte. Es überflutete mich regelrecht und ich weinte hemmungslos. Ich schluchzte und mir liefen unkontrolliert die Tränen über die Wangen. Gleichzeitig war ich am Strand von Barbados und wunderte mich, was da mit mir geschah. Da ich als Medium immer voll präsent bin bei den Vermittlungen von Informationen, war ich da auch mit meinem Geist dabei. Ich fühlte die Trauer. Als er fragte wer ich sei, erschien ein Name vor meinem Inneren Auge: Kara. Er fragte, wieso sie bei mir sei. Ob sie mich kennen würde? Ich spürte die Wörter, die mir in den Hals stiegen, um ausgesprochen zu werden: „Ja, seit 100 Jahren.“ „Wieso bist du denn bei Teresa?“, fragte er sie/mich. „Es ist einfach schön bei ihr.“ „Weisst du, wie du gestorben bist, Kara?“ „Ja.“ Ich sehe eine Frau am Boden liegen. Die Hütten aus der Zeit der Pfahlbauer. Eine hübsche, junge Frau mit einem dunklen Teint. Ihre dunklen, lockigen Haare lagen um ihren Kopf. „Jemand hat mich umgebracht.“, flüsterte ich. „Wer war es denn? Weisst du es?“, fragte der Therapeut. „Ja. Jemand, der mir sehr nahestand.“ Schluchzend erschien mir ein Bild von einem Mann, der mich packte und mir ein Messer in den Bauch stiess. „Willst du denn ins Licht, Kara? Heute ist die Gelegenheit für dich zu gehen.“ „Ja, bitte. Ich bin bereit.“ „Dann kannst du dich wieder zurückziehen. Ich werde wieder zu dir kommen, wenn es darum geht, dich ins Licht zu schicken.“ Ich spürte, wie die Traurigkeit verflog. Ich wurde ruhig und lag in meinen Gedanken in der Hängematte auf Barbados. „Jetzt kann der Nächste kommen. Wer will sich mir zeigen?“ Da der Therapeut mit den Engeln arbeitete, sowie mit meinen Himmlischen Helfer, zeigen sich die Seelen, die gehen möchten und nun auch müssen, weil meine Seele die Themen verarbeitet hat. Schliesslich möchte ich alleine in meinem Körper sein und ihn nicht teilen mit anderen Seelen. Ich spürte einen Schmerz am linken Auge. Ich sah mich als Mann. Mit einem Helm auf dem Kopf. Die Uniform, die ich anhatte, zeigte mir, dass ich wohl im 2.Weltkrieg war. Ich blickte hoch und sah eine Kugel auf mich zu sausen. Diese Kugel traf mich ins linke Auge. Danach taumelte ich weiter und eine Bombe riss mir den linken Arm ab. Ich, oder diese Seele, die sich als Giovanni vorstellte, sah, dass mir nun der linke Arm fehlte und die linke Gesichtshälfte. Der Therapeut fragte ihn/mich: „Woher kennst du Teresa? Seit wann bist du bei ihr? Was willst du von ihr? Wieso bist du denn nicht ins Licht gegangen, hat dich niemand abgeholt?“ Das waren die Fragen, die er jeder Seele stellte. Giovanni meinte dann, dass er bei mir war, weil es schön ist. Bei Giovanni wie auch bei Kara, war kein Licht und niemand hatte sie abgeholt. Deswegen konnten sie nicht weiter. 

Als nächstes erschien eine Frau. Mitte vierzig. Ich sah an mir runter und bemerkte, dass ich sicher um die 250 Kilogramm wog. Ich sah diese Seele am TV und am Essen. Mein Körper war stark übergewichtig. Ich hatte ein Kleid in der Farbe Hellrosa an. In einem Container. So wie in Amerika. Ein Ohrensessel und Spannteppich. Dunkel war es, stickig und Katzen, die herumschlichen. Auf die Frage, wieso sie bei mir sei und wie sie gestorben ist, meinte sie, dass sie meine Figur so schön fände und sie sah mich mal auf der Strasse an ihr vorbeilaufen. Ich sah in diesen Momenten durch die Augen dieser Seelen und sah mich selber, wie alt ich war und wo ich da war, als sie mich entdeckten. Bei der dicken Frau war ich nicht viel älter, als ich jetzt bin. Das muss wohl erst gerade kürzlich gewesen sein, als sie mich erblickte und sich an mich hängte. Ihr Name war Sybille. Sie starb wohl an ihrem Übergewicht. Als Sybille sich zurückzog, erschien ein schwarzer, junger Mann. Ich sah, mich auf den Knien. In der Dunkelheit. Ich fror. Ich sah, dass meine beiden Hände an Ketten am Boden gefesselt waren. Ich konnte mich nicht entspannen und nicht schlafen. Wenn ich schlief, legte ich meine Stirn auf die kalte Erde. Ich sah um mich und stellte fest, dass ich auf einer Baumwollplantage war. Ein Mann mit einem Gewehr kam und erschoss mich. Als nächstes sah ich mich selber in New York. Beim World Trade Center. Damals waren wir mit der Familie in Amerika für drei Wochen. Ich war 9 Jahre alt. Er hatte mich gesehen und sich an mich drangehängt. Weshalb er sich angehängt hat: „Bei ihr kann ich mich entspannen. Endlich Ruhe finden.“ Er stellte sich als Bibioxoma, Bibi, vor. Ein afrikanischer Krieger, der von einem Stammesnachbarn niedergeschlagen und verschleppt wurde. Mittels eines Schiffs, das schrecklich schwankte und stank, nach New York verschifft wurde. Der Nächste, der sich zeigte, war ein alter, gebrechlicher Mann im Rollstuhl. Im gleichen Altersheim in Mendrisio, wo meine Grossmutter war. Er hatte mich immer wieder gesehen, wie ich mit meiner Mutter meine Grossmutter besuchte. Er war im Rollstuhl und hatte sich immer gewünscht, dass er endlich sterben könnte. Als er gestorben ist, waren Lichtwesen anwesend, um ihn abzuholen. Doch er wollte nicht gehen, weil er wieder jung und voller Energie war. Auf das Warum, wieso er bei mir sei, erklärte er, dass es keine Absicht war. Einmal sah er mich, wie ich die Füsse meiner Grossmutter massierte und fand das toll. Er legte seine Hand zwischen meine Schulterblätter und konnte von da an nicht mehr gehen. Er stellte sich vor als Felix. 

Der Nächste der sich zeigte, war ein Engländer. Er stellte sich vor als einen Lord. Seinen Namen wusste er nicht mehr. Ich sah ihn vor mir. Ein grosser, hagerer Mann. Er musste sich an einen Gehstock aufstützen, weil sein linkes Hüftgelenk schmerzte. Von der Einrichtung und der Kleidung her schätzte ich die Zeit um die zwanziger Jahre. Auf die Frage, wie er zu Tode kam, sah ich, wie jemand von der Seite sich an mir heranschlich und mir mit einem Kricketschläger auf die Stirn schlug. Ich spürte sofort den Schmerz quer über meinen Augenbrauen. Ich fiel zu Boden und sah die Beine des Täters. Die gestreiften Hosen mit dem Bund um die Schuhe blieben mir im Gedächtnis. Die Hosen hellblau, weiss gestreift. Die Schuhe weiss. Er hielt inne, da in dem Moment seine Frau ins Zimmer kam, bevor er ihn töten konnte. Sie fragte, was geschehen war und dann wusste er nichts mehr. Auf die Frage, seit wann er bei mir sei, sah ich ein Bild von uns als Familie, als wir in England in den Ferien waren. Zu dem Zeitpunkt in einem alten Schloss, das in ein Hotel umgebaut war. Ich sah mich selber, zirka 12 Jahre alt am Snooker spielen. Mein Vater am andern Ende des Tisches. Der Lord hatte sich ursprünglich an meinen Vater gehängt, wechselte dann aber zu mir, als er gestorben war. Warum er denn bei mir blieb sagte er nur, dass er mich reizend fand. Ob ihn denn niemand abgeholt hätte, wusste er nicht mehr. Als er sich zurückzog, habe ich mich in Gedanken zwischen den Palmen gefragt, wie viele sich denn noch zeigen würden… 

Als nächstes zeigte sich, ein wenig trotzig, ein junger Mann, mit Elvis Frisur aus den fünfziger Jahren. Das erklärt mein Faible für diese Zeitepoche. Ich sah ihn, kaum grösser als ich. Mit weissem T-Shirt, schwarzen Hosen und schwarzen Schuhen. In einem grossen blauen Cadillac verunfallte er tödlich. Ich sah, wo er mich entdeckt hatte. Er kam ursprünglich aus Denver. Hatte mich jedoch am Flughafen von Texas gesehen und sich an mich geheftet. 2013 flog ich nach einem dreimonatigen Aufenthalt in Mexiko über Texas und musste dort umsteigen. Er hatte festgestellt, dass ich - wie er auch als er noch lebte - sexuell missbraucht wurde. Er dachte sich, dass wir uns gegenseitig helfen könnten, dieses Thema zu lösen. Sein Name war John, viele nannten ihn Johnny. Nach Johnny zeigte sich dann endlich die Gestalt, die mich in Dunkelheit gehüllt hatte. Diese Dunkelheit hat der Therapeut von Anfang an gesehen. Es handelte sich um eine energetische Verbindung zu meinem jüngeren Bruder. Respektive um die dunklen Wesen, die er in seinem Energiefeld hat. Diese haben eine Verbindung zu mir hergestellt. Jede dieser Seelen hat von meinem inneren aus Energie von mir abgezapft. Doch er zapfte von aussen Energie ab. Ich sah an mir herunter und mein Energetischer Körper war in Dunkelheit gehüllt. Nach dem sich nun alle gezeigt hatten, forderte der Therapeut einen nach dem andern auf, ins Licht zu gehen. Für das stellte ich mir eine Lichtsäule vor, die vor mir auftauchte. Durch eine bestimmte Atemtechnik beförderte ich die Seelen durch meinen Mund hinaus ins Licht. Zuerst kam Kara. Ich sah ihre Mutter, die sie mit offenen Armen umschloss. Bei Sybille erschien ein weisser Hund. Bei Felix ein Verwandter, beim Lord ein Lichtwesen. Bei Giovanni eine rothaarige Frau die er ‚mia Cara‘ nannte und ich fühlte die Freude, als er sie sah. Bei Bibi erschien seine Mutter und die Verbindung zu meinem jüngeren Bruder wurde gekappt. Bei jeder Seele, die aus meinem Körper ging, fühlte ich mich freier und leichter. Der Schmerz in der Brust verschwand. Als ich die Augen öffnete, sah der Therapeut mich an und sagte: „Wow! Deine Augen sind extrem klar!“ Ich musste mich sowieso erleichtern und ging auf die Toilette. Als ich mich im Spiegel ansah, sah ich MICH. Es war, als würde ich mich das erste Mal SEHEN. Meine Augenfarbe gleichmässig hellbraun mit einem hellen Aussenrand. Die Farbe hat sich seither nicht verändert. Innerlich fühle ich mich frei und leicht. Ich spüre keinerlei Traurigkeit mehr. Ich bin wieder energiegeladen und fröhlich. Ich bin nun gespannt, wie mein Leben weiter verlaufen wird, ohne fremde Einflüsterungen und ohne fremde Gelüste. Ich bin gespannt, wie ich als Medium arbeiten werde in der Zukunft. Ein reiner Kanal ohne Fremdgedanken. 

Ein Leben, das ICH ganz allein bestimme und nicht irgendwelche fremde Seelen. Ich freu mich drauf!

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